Im warmen Schein eines späten kreidezeitlichen Nachmittags lauert Sarcosuchus imperator, ein etwa 10 Meter langes riesiges Krokodylverwandtes, halb im schrumpfenden Schlammkanal einer saisonalen Überschwemmungsebene des heutigen Niger verborgen, während kleine basale Ornithopoden und Lungenfische vorsichtig ans Wasser treten. Diese Szene stammt aus der Elrhaz-Formation der frühen Kreidezeit, vor rund 125–100 Millionen Jahren (Aptium–Albium), als das äquatoriale Nordafrika von heißen, wechselfeuchten Flusssystemen mit Araukarien, Schachtelhalmen und Farnen geprägt war. Der breit schnauzige Räuber mit seinen schweren Osteodermen war einer der größten Crocodyliformen seiner Zeit und ein Spitzenprädator in einem uralten Ökosystem voller Dinosaurier, Fische und anderer Wasserbewohner.
Auf dieser Szene durchquert eine kleine Herde von Paralititan stromeri, einem gewaltigen Titanosaurier von etwa 25–26 Metern Länge, eine schlammige Küstenebene im Cenomanium Nordafrikas vor rund 95 Millionen Jahren. Die Tiere waten zwischen Farnen, Schachtelhalm-ähnlichen Sumpfpflanzen, Cycadeen und frühen Blütenpflanzen durch wasserreiche Deltaarme an der südlichen Tethys-Küste, während über ihnen pterosaurische Flieger von Anhanguera-Größe im feucht-heißen Monsunhimmel kreisen. Solche Lebensräume gehörten zu einem tropischen, von Überschwemmungen geprägten Küstenmosaik der Kreidezeit, in dem riesige Sauropoden, Flugsaurier und die sich rasch ausbreitenden Angiospermen gemeinsam eine Welt lange vor den modernen Savannen Afrikas prägten.
Unter der grellen äquatorialen Mittagssonne watet ein etwa 14 Meter langer Spinosaurus aegyptiacus brusttief durch einen schlammigen Fluss, während nahe einer Sandbank ein 3–4 Meter langer Sägefischverwandter, Onchopristis numidus, mit seiner zahnbesetzten Rostrumklinge durch das trübe Wasser schneidet und Schildkröten nervös am Ufer ausharren. Die Szene zeigt ein nordafrikanisches Flusssystem des Cenomaniums vor rund 95 Millionen Jahren, wie es aus den Kem-Kem-Schichten bekannt ist: ein heißer, saisonal trockener Überschwemmungsraum mit sandigen Flussarmen, Schlammufern, Koniferen, Farnen und Cycadeen. Spinosaurus war mit seinem langen, krokodilähnlichen Schädel, den kurzen Hinterbeinen und dem tiefen, schwimmangepassten Schwanz hervorragend an ein Leben im Wasser angepasst und gehörte zu den spezialisiertesten großen Raubdinosauriern der Kreidezeit.
Im feuchtwarmen Unterwuchs eines äquatornahen Waldes der späten Kreidezeit, vor etwa 100–66 Millionen Jahren, ragen hochstämmige Araukarien und Steineibenverwandte (Podocarpaceae) 25 bis 35 Meter über ein dichtes Gewirr aus Baumfarnen, Cycadeen und frühen Blütenpflanzen empor. Zwischen wachsglänzenden Blättern magnolienartiger Angiospermen mit kleinen cremefarbenen Blüten schwirren Käfer, parasitoide Wespen, Florfliegen und bienenähnliche frühe Bestäuber – ein Hinweis auf die rasche Ausbreitung der Blütenpflanzen in tropischen Waldökosystemen. Der moosige Totholzboden, rote lateritische Böden und die dunstige Morgenluft zeigen eine uralte, hochproduktive Regenwaldwelt, in der sich moderne tropische Lebensgemeinschaften gerade erst zu formen begannen.
Ein warmes äquatoriales Kreidemeer der mittleren Kreidezeit, vor etwa 120–90 Millionen Jahren: Unter einer glattgrün schimmernden, von Dinoflagellaten getrübten Oberfläche fällt das Wasser rasch durch eine düstere Sauerstoffgrenze in ein braun-schwarzes, nahezu lebensfeindliches Tiefenbecken ab. Auf dem Boden lagern sich organikreiche Schlämme zu fein laminiertem Schwarzschiefer ab, nur unterbrochen von verstreuten, halb eingesunkenen Schalen großer Inoceramiden und wenigen widerstandsfähigen Muscheln; kleine Ammoniten und einige Fische halten sich dagegen in den noch sauerstoffreicheren oberen Wasserschichten. Solche ozeanischen anoxischen Ereignisse im Bereich der Tethys und des Protoatlantiks konservieren einen Moment der Erdgeschichte, in dem außerordentliche biologische Produktivität an der Oberfläche mit erstickender Stagnation in der Tiefe zusammentraf.
Über dem Rand einer warmen kreidezeitlichen Karbonatplattform der äquatorialen Tethys, vor etwa 100–90 Millionen Jahren in der späten Kreide, treiben gerippte Ammoniten der Gattung Acanthoceras neben glatteren Puzosia im lichtdurchfluteten, kobaltblauen Wasser. Zwischen ihnen blitzen Schwärme von Enchodus auf – räuberische Knochenfische mit markanten Fangzähnen – während tief darunter ein etwa 4 Meter langer Squalicorax, ein „Krähenhai“ der Kreide, über einen hellen Voriffhang aus Kalkschutt, Rudistenresten, Schalen und Schwammhügeln patrouilliert. Die Szene zeigt ein tropisches Flachmeer, wie es zur Zeit hoher Meeresspiegel weite Teile des Äquatorgürtels bedeckte: ein artenreicher Lebensraum, in dem Kopffüßer, Fische und Haie über den steilen Flanken riffartiger Karbonatplattformen koexistierten.
Auf diesem flachen Riffkamm der äquatorialen Tethys im späten Oberkreidezeitalter, vor etwa 100–66 Millionen Jahren, würden dichte Bestände von Rudistenmuscheln das Bild beherrschen: aufrecht stehende Hippurites, gerippte Radiolites und kleinere Toucasia, die wie steinerne Hörner aus dem warmen, klaren Flachwasser ragen. Zwischen ihnen wachsen nur untergeordnet Actinastrea-Korallen und rotviolette Kalkalgen, während stachelige Cidaroiden über bioklastischen Kalksand kriechen und tiefleibige Pycnodontenfische durch die Muscheltürme gleiten. Anders als heutige Korallenriffe wurde dieses Ökosystem vor allem von spezialisierten Muscheln aufgebaut – ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, wie fremdartig und vielfältig die tropischen Meere der Kreidezeit waren.
In einem warmen, flachen Lagunenmeer der späten Kreidezeit, vor etwa 84–72 Millionen Jahren, wendet sich ein 5–6 Meter langer Globidens knapp über den hellen Karbonatsanden und dem Schutt zerbrochener Rudistenriffe. Sein kurzer, kräftiger Schädel und die rundlichen Brechzähne waren darauf spezialisiert, hartschalige Beute wie Ammoniten und dickschalige Muscheln zu zerquetschen – eine ungewöhnliche Ernährungsweise unter den Mosasauriern. Zwischen Austern, hochgewundenen Nerinea-Schnecken und kleinen Krabben zeigt diese Szene ein artenreiches Flachmeer am Äquator der Tethys, wo Sonnenlicht durch grün-blaues Wasser fällt und ein längst verschwundenes tropisches Ökosystem der Erdgeschichte aufleuchten lässt.