Eine endlose Eiswüste am äquatornahen Rand der Kryogenischen Erde breitet sich hier bis zum Horizont aus: windgeschnitzte Sastrugi, tiefblaue Gletscherspalten und dunkle Nunataks aus Granit und gebändertem Gneis ragen aus kilometerdickem Inlandeis hervor, auf deren sonnenbeschienenen Flächen nur dünne schwarzgrüne Mikrobenteppiche haften. Diese Szene gehört zur Zeit der „Schneeball-Erde“ vor etwa 720 bis 635 Millionen Jahren, während der Sturtischen und später der Marinoischen Vereisung, als sich Eisschilde bis in niedrige Breiten ausdehnten. Größere Pflanzen, Tiere und Flechten gab es an Land noch nicht – das sichtbare Leben bestand wahrscheinlich nur aus widerstandsfähigen Mikroorganismen wie Cyanobakterien und anderen mikrobiellen Biofilmen, die in einer der härtesten Oberflächenumwelten der Erdgeschichte überdauerten.
Im Bild sieht man einen basaltischen Ausbruch, der während der kryogenen „Schneeball-Erde“ vor etwa 720–635 Millionen Jahren eine kilometerdicke Eisschicht durchschlägt: In einem dampfenden Schmelzkrater wälzen sich schwarze Kissenlaven in ein graues, fast gefrierendes Schmelzwasserbecken, umgeben von grünlich-braunem Hyaloklastit, aschegestreiftem Schnee und schwefelgelb verfärbtem Eis. Die steilen Kraterwände zeigen gebändertes Gletschereis, mitgeschleppten Schutt und stellenweise striiertes Granit-Gneis-Grundgebirge – typische Spuren einer Welt, die nahezu vollständig vereist war. Solche wasserreichen, unter dem Eis gedämpften Eruptionen zertrümmerten basaltische Lava zu vulkanischem Glas und Schutt, statt hohe Lavafontänen zu erzeugen, und eröffneten kurzlebige Wärmeinseln in einer ansonsten lebensfeindlich gefrorenen Erde, lange bevor Tiere oder Pflanzen die Oberfläche besiedelten.
An der Küste der kryogenen „Schneeball-Erde“ schiebt sich ein mehrere hundert Meter mächtiger Gletscher über glattgeschrammten Gneis und Quarzit ins Meer, geht in ein Schelfeis über und kalbt hausgroße, blauweiße Blöcke in einen schmalen Spalt aus fast schwarzem Salzwasser. Die Szene spielt vor etwa 720–635 Millionen Jahren während der Sturtischen und Marinoischen Vereisungen, als Eis, Druckrücken, schmutzige Sedimentbänder und diamiktitähnlicher Schutt die Grenze zwischen Land, Schelfeis und Meereis verwischten. Größere Tiere und Pflanzen fehlten noch; falls hier Leben existierte, dann vor allem als mikrobielle Gemeinschaften von Bakterien und Archaeen in subglazialen, untereisigen oder hydrothermalen Rückzugsräumen — eine fremdartige, fast vollständig gefrorene Erde tief in der Vorgeschichte unseres Planeten.
Unter dünnem, rissigem Meereis fällt nur ein schwaches blaugrünes Licht auf einen flachen Meeresboden aus dunklen Basaltkieseln, glazialem Schluff und runzeligen Stromatolithenmatten; darauf sitzen kleine, vasenförmige frühe Schwämme, wahrscheinlich Stammgruppen-Demospongien, kaum 5–15 cm hoch. Diese Szene gehört in das Kryogenium vor etwa 720–635 Millionen Jahren, als die Erde während der Sturtischen und Marinoischen Vereisung nahezu vollständig vereist war und Leben in subglazialen Rückzugsräumen überdauerte. Die olivbraunen Biofilme aus Algen oder Cyanobakterien und die mikrobiellen Matten zeigen, dass selbst unter dem Eis noch schwache Photosynthese möglich war – ein stiller Hinweis darauf, wie widerstandsfähig frühe vielzellige Organismen in den extremen Ozeanen der „Schneeball-Erde“ gewesen sein könnten.
Tief im klaren Meereis der kryogenen „Schneeball-Erde“ verläuft ein nur 0,5–2 Zentimeter breites Labyrinth salziger Solekanäle, deren Wände von haarfeinen blaugrünen Fäden filamentöser Cyanobakterien und dünnen olivgrünen Algen-Biofilmen besiedelt sind. Solche Mikrolebensräume existierten während der Sturtischen und Marinoischen Vereisungen vor etwa 720–635 Millionen Jahren, als fast der gesamte Planet unter Eis lag und Licht, Salzgehalt und Temperatur das Überleben bestimmten. Die dargestellten Mikroben gehören zu den wenigen bekannten photosynthetischen Organismengruppen, die in subglazialen und eisinternen Refugien ausgeharrt haben könnten – winzige, aber zähe Zeugen einer der extremsten Klimaphasen der Erdgeschichte.
Unter dem gewaltigen Eis der kryogenen „Schneeball-Erde“ vor etwa 720–635 Millionen Jahren ragen 2–4 Meter hohe Schwarze Raucher aus basaltischer Ozeankruste empor und stoßen dichte, metallreiche Wolken in das nahezu gefrierende Wasser. Auf den Pillow-Basalten und eisenverkrusteten Gesteinen liegen weiße, rostfarbene und braune Mikrobenteppiche aus schwefel- und eisenverwertenden Gemeinschaften, während an den kühleren Rändern nur wenige einfache schwammartige Tiere der präkambrischen Fauna haften. Solche hydrothermalen Oasen an vulkanisch aktiven Meeresböden könnten zu den wichtigsten Rückzugsräumen des Lebens in dieser fast vollständig vereisten Welt gehört haben – einsame Inseln von Wärme und Chemie in der tiefen Dunkelheit der Erdgeschichte.
Unter einem dicken Dach aus Meereis liegt der kryogenische Meeresboden der „Schneeball-Erde“ vor etwa 720–635 Millionen Jahren im kalten bläulichen Dämmerlicht: dunkle grünliche, purpurbraune und schwarze mikrobielle Matten überziehen Schlamm und Silt, dazwischen erheben sich niedrige, knollige Thrombolithen und einzelne fallengelassene Gerölle aus dem Eis. Über diese zähen Bakteriengemeinschaften ziehen winzige, nur wenige Zentimeter lange, weichkörperige Bilaterier – einfache wurmähnliche Tiere ohne Hartteile – und hinterlassen feine Fraßspuren im Sediment. Solche Matten, gebildet von Bakterien und wohl auch Cyanobakterien, gehörten zu den widerstandsfähigsten Ökosystemen dieser extremen Eiswelt und bewahren einen seltenen Blick auf frühes tierisches Leben lange vor Trilobiten, Fischen oder Landpflanzen.
Ein seltener vulkanischer Polynja-Durchbruch unterbricht hier die fast geschlossene Eisdecke der „Schneeball-Erde“ im Kryogenium vor etwa 720 bis 635 Millionen Jahren, wahrscheinlich während der Sturtischen oder Marinoischen Vereisung. Über schwarzem, dampfendem Meerwasser schimmert ein grüner Schleier aus Cyanobakterien und frühen eukaryotischen Algen – mikroskopisches Leben, das in dieser geothermisch erwärmten Oase kurzzeitig Licht und offene Wasseroberfläche nutzen konnte. An den Rändern bilden sich feine Frazil-Eiskristalle und junger Neueisfilm, während aschebestäubter Schnee, Basalt und glasiges Hyaloklastit von subglazialer oder submariner vulkanischer Aktivität zeugen. Die Szene zeigt eine stille, lebensfeindliche Welt, in der selbst ein schmaler Streifen offenen Wassers zu einem außergewöhnlichen Zufluchtsort des Lebens wurde.