In einer herbstlichen Lichtung einer Jōmon-Siedlung im japanischen Archipel knacken Familien Kastanien, Walnüsse und Eicheln mit Steinhämmern, mahlen das Mehl auf Reibsteinen und spülen Bitterstoffe in geflochtenen Körben und schnurverzierter Keramik aus, während Hunde neben Geweihwerkzeugen an den Feuerstellen ruhen. Die Szene zeigt die frühe bis mittlere Jōmon-Zeit, als viele Gemeinschaften Ostjapans bereits sesshaft lebten, ohne Ackerbau im späteren Sinn zu betreiben, und ihre Ernährung auf geschickte Weise aus Waldfrüchten, Jagd, Fischfang und Sammeln sicherten. Dichte Eichen- und Kastanienwälder, eingetiefte Häuser und kunstvoll gefertigte Tongefäße verweisen auf eine komplexe Forst- und Handwerkskultur, in der das gemeinsame Verarbeiten von Nüssen ein zentraler Bestandteil des Alltags war.
In einer feuchten Waldlichtung des neolithischen Europas stehen Jäger mit einfachen Selbstbögen, Feuersteinpfeilen und geschliffenen Steinbeilen einem mächtigen Auerochsenbullen gegenüber, dessen dunkles Fell, heller Maulring und weit nach vorn geschwungene Hörner ihn eindrucksvoll aus dem Laub und Dunst hervortreten lassen. Die Szene zeigt eine Zeit, in der Ackerbau und Rodungen zwar bereits Teile der Landschaft veränderten, große Mischwälder jedoch noch weite Teile Europas bedeckten und wilde Großtiere wie der Auerochse weiterhin eine reale Gefahr und begehrte Beute waren. Kleidung aus Fell, Bastfasern und schlichtem Gewebe sowie vollständig metallfreie Waffen entsprechen dem archäologischen Bild vieler neolithischer Gemeinschaften in Mittel- und Westeuropa.
Eine feierliche Prozession von Männern, Frauen und einigen Kindern nähert sich über feuchtes Gras und Heide einem grasbewachsenen Ganggrab aus gewaltigen Granitblöcken; in den Händen tragen sie schlichte und verzierte Tongefäße, polierte Steinbeile und Hirschgeweihe als Opfergaben. Solche Megalithgräber prägten im 4. Jahrtausend v. Chr. die Atlantikküsten Europas, etwa in der Bretagne oder in Irland, wo bäuerliche Gemeinschaften ihre Toten bestatteten und zugleich rituelle Zusammenkünfte an monumentalen Orten abhielten. Die dunkle, schmale Öffnung des Grabes, die frisch begangenen Pfade und die sorgfältig niedergelegten Gaben machen sichtbar, wie eng Alltag, Fernkontakte und Glaubensvorstellungen in der Jungsteinzeit miteinander verbunden waren.
Im warmen Abendlicht des 5. Jahrtausends v. Chr. tanzen vor einem flachen Sandstein-Felsdach im Tassili n’Ajjer Männer, Frauen und ältere Kinder in einem rituellen Kreis, geschmückt mit Straußeneiperlen, Lederbändern und rot-weißer Körperbemalung. Hinter ihnen leuchten verwitterte Felsbilder von langhörnigen Rindern, Giraffen und maskierten Gestalten auf – ein eindrucksvolles Zeugnis der Grünen Sahara, als diese heute trockene Region noch Savannen, saisonale Gewässer und mobile Hirten- und Sammlergruppen ernährte. Solche Darstellungen gehören zu den bedeutendsten Bildquellen für das neolithische Nordafrika und verweisen auf Viehhaltung, gemeinschaftliche Rituale und eine spirituell aufgeladene Beziehung zwischen Menschen, Tieren und Landschaft.
Unter der klaren Sonne des Hochlands liegen in einem trockenen Tal von Oaxaca einige einfache Pfosten-Lehm-Hütten neben kleinen Hausgärten, in denen Menschen Mais und Kürbis pflegen, Körner auf Metaten mahlen und mit Obsidianklingen Nahrung vorbereiten. Die Szene zeigt eine frühe dörfliche Gemeinschaft im zapotekischen Raum um 500–300 v. Chr., noch vor der Dominanz großer urbaner Zentren wie Monte Albán. Solche Weiler lebten von kleinräumigem Gartenbau, Keramikgefäßen und regionalem Austausch, etwa von Obsidian aus den Hochland-Handelsnetzen, und veranschaulichen den Übergang zu dauerhafteren Siedlungen in Mesoamerika.
An der felsigen Pazifikküste des heutigen Peru sammeln Familien im späten 4. Jahrtausend v. Chr. Muscheln und Napfschnecken von nassen schwarzen Felsen, während Kinder geflochtene Körbe an Schilf-Fischfallen vorbei über den glitschigen Strand tragen und Seelöwen, Pelikane und Kormorane die Brandung beleben. Die Szene zeigt eine frühe präkeramische Küstengemeinschaft der Zentralanden, deren Leben stark auf dem reichen Humboldtstrom beruhte: Noch ohne Keramik oder Monumentalbauten nutzten diese Menschen Schilf, Baumwollnetze, Stein- und Knochenwerkzeuge sowie Sammelplätze aus Muschelabfällen, um die Ressourcen des Meeres intensiv zu erschließen.
In der Abenddämmerung knien Männer und Frauen auf einem kalkigen Vorgebirge der südlichen Levante vor einer schlichten Heiligtumsstelle aus aufrecht gesetzten, unbearbeiteten Steinen und legen Muscheln, Fischknochen, rotockergefärbte Kiesel und kleine Steinperlen neben eine aus dem Fels quellende Süßwasserquelle. Die Szene verweist auf die enge Verbindung neolithischer Küstengemeinschaften des östlichen Mittelmeers mit Meer, Frischwasser und saisonalen Gaben: Solche Orte waren keine Tempel im späteren Sinn, sondern einfache, bedeutungsvolle Markierungen in der Landschaft. Flintklingen, Netzreste und Körbe am Boden erinnern daran, dass diese Menschen zwischen Fischfang, Sammeln und frühem Dorfleben lebten, während über dem dunkler werdenden Wasser Möwen kreisen.
Auf einer windgepeitschten Landzunge über dem graublauen Atlantik zieht eine kleine bäuerliche Gemeinschaft mit Keramikschalen, Körben und Getreidebündeln zu einem frisch errichteten Ganggrab aus mächtigen Granit- oder Sandsteinblöcken, während unten die Brandung gegen dunkle Felsen schlägt. Solche Monumente entstanden an der Atlantikküste der Bretagne und Irlands im späten Neolithikum, etwa zwischen 380 und 320 v. Chr., als Ackerbauern und Viehhalter ihre Toten in monumentalen Steinbauten bestatteten und zugleich die Verbindung von Ahnen, Land und Meer sichtbar machten. Die treelose, salzverwehte Graslandschaft, die kleinen Rinderherden und die einfachen Gewänder aus Pflanzenfasern und Leder zeigen eine harte, maritime Lebenswelt lange vor Metallzeit, Keltenmythen oder späteren Küstensiedlungen.
An einer japanischen Flussmündung bei Ebbe knien Jōmon-Familien auf Matten und sortieren Austern und Muscheln, während hinter ihnen hohe, weißgraue Muschelhaufen, rauchende Herdstellen und halb eingetiefte Häuser mit Schilfdächern aufragen. Die Szene zeigt den Alltag der mittleren bis späten Jōmon-Zeit, als Gemeinschaften des japanischen Archipels stark von Küstengewässern, Fischfang und dem Sammeln von Schalentieren lebten. Solche Muschelhalden sind für Archäologinnen und Archäologen wichtige Archive: Sie bewahren Speisereste, zerbrochene schnurverzierte Keramik und Spuren von Siedlungen, die ein lebendiges Bild dieser lange vor dem Reisanbau geprägten Lebensweise vermitteln.