Rentiere und Moschusochsen in beringischen Sommer-Feuchtgebieten
Eiszeiten — 2.6 — 0.01 Ma

Rentiere und Moschusochsen in beringischen Sommer-Feuchtgebieten

Ein kurzer arktischer Sommer belebt dieses Feuchtgebiet im spätpleistozänen Beringia vor etwa 50.000 bis 15.000 Jahren: Entlang eines verflochtenen, schlickreichen Schmelzwasserflusses weiden Rentiere (Rangifer tarandus) und Moschusochsen (Ovibos moschatus) in grünen Seggenwiesen zwischen Zwergweiden und Schachtelhalmen, während Wasservögel von Tauchtümpeln in das fast mitternächtliche Licht auffliegen. Der flache Überschwemmungsraum mit Löss, Permafrost, Eiskeilpolygonen und kiesigen Sandbänken zeigt eine sommerlich üppige, aber baumlose Beringische Steppe-Tundra – ein nährstoffreiches Randhabitat innerhalb der großen Megafaunensteppe der Eiszeiten. Solche Landschaften verbanden einst Alaska, den Yukon und Nordostsibirien über die heute versunkene Bering-Landbrücke und vermitteln die Weite und Kargheit einer längst vergangenen Kaltzeitwelt.

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