Walrosse bei der Muschelsuche auf dem beringischen Schelf
Eiszeiten — 2.6 — 0.01 Ma

Walrosse bei der Muschelsuche auf dem beringischen Schelf

Auf dem flachen, grünlich-grauen Meeresboden des Bering-Schelfs wühlen Walrosse (Odobenus rosmarus) mit ihren dichten Schnurrhaaren und langen Elfenbeinstoßzähnen im Schlick, um Muscheln wie die Sandklaffmuschel Mya truncata und die Grönland-Herzmuschel Serripes groenlandicus freizulegen und aufzusaugen. Die aufgewirbelten Sedimentwolken treiben rosafarbene Nordmeer-Garnelen (Pandalus borealis) und Schlangensterne auseinander und machen die gewaltige Größe der Tiere im Vergleich zu ihrer kleinen Beute sichtbar. Diese Szene spielte sich im späten Pleistozän vor etwa 126.000 bis 11.700 Jahren ab, als während eiszeitlicher Meeresspiegeltiefs weite Teile des heutigen Bering-Schelfs als kalte, nährstoffreiche Flachsee an die Mammutsteppe grenzten. Sie zeigt, dass selbst in der Welt der Eiszeit-Megafauna auch unter der Wasseroberfläche spezialisierte Großsäuger uralte Nahrungsnetze prägten.

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